LÄNGST ÜBERFÄLLIG: EU-Behörde rät zum Verbot von Titandioxid

LÄNGST ÜBERFÄLLIG: EU-Behörde rät zum Verbot von Titandioxid

Der umstrittene Zusatzstoff Titandioxid ist laut einem neuen Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) wegen möglicher Risiken nicht mehr sicher.
Aufgrund der vielzahl im Anwendungsbereich muss im Rahmen einer gesundheitlichen Bewertung von Titandioxid alle wichtigen Aufnahmewege betrachtet werden: die Aufnahme über die Haut, über die Atemwege oder über den Mund.

Titandioxid, auch als E171 bekannt, ist ein weißes Farbpigment, das in Lebensmitteln, Tabletten, Farben, Kunststoffen, Papier und Kosmetik eingesetzt wird. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat den vielseitig einsetzbaren Stoff nun neu bewertet und kann eine erbgutschädigende Wirkung nicht ausschließen. Es kann somit als Lebensmittelzusatzstoff nicht länger als sicher angesehen werden. Unter der Bezeichnung CI 77891 ist der Stoff als Pigment auch in Kosmetikprodukten wie z. B. Zahnpasta enthalten. Titandioxid wird zudem als Filter zum Schutz vor ultravioletter Strahlung in Sonnenschutzmitteln eingesetzt. In Frankreich darf Titandioxid seit 2020 bereits nicht mehr in Lebensmitteln verwendet werden. In Thailand verbietet die Naturschutzbehörde ab sofort den Gebrauch von Sonnencreme in den maritimen Nationalparks. Das betreffe alle Produkte, die chemische Substanzen enthalten, die die geschützten Korallenriffe beschädigen. Stoffe wie Oxybenzon, Zinkoxid und Titandioxid störten die Fortpflanzung der Nesseltiere und seien verantwortlich für Korallenbleiche.

Erst jetzt fordert die Bundesernährungsministerin ein EU Verbot von E171 in Nahrungsmitteln. Sie erklärte, dass die Gesundheit der Verbraucher:innen an erster Stelle stehen müsse. Julia Klöckner ist spät dran: Nicht nur foodwatch forderte den Verzicht. Auch auf CodeCheck ist der Stoff in Lebensmitteln seither mit rot bewertet und es wird vom Verzehr abgeraten. Die EU-Staaten sollten dem Beispiel Frankreichs folgen und den Stoff in Lebensmitteln und Produkten, die in den Körper gelangen können verbieten, bis die Datenlage eindeutig geklärt ist.

 

Quellen:
https://www.bfr.bund.de/de/titandioxid___gibt_es_gesundheitliche_risiken_-240812.html

https://www.efsa.europa.eu/de/news/titanium-dioxide-e171-no-longer-considered-safe-when-used-food-additive

https://www.foodwatch.org/de/aktuelle-nachrichten/2021/titandioxid-ein-verbot-von-e171-ist-ueberfaellig/

https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/darum-gehoert-titandioxid-nicht-in-lebensmittel/

https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/titandioxid-hintergrund-100.html

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